Nachruf auf Herrn Prof. Dr. Fromund Hock

Mi, 23.07.2014
Prof. Dr. Fromund Hock

Mit großer Bestürzung haben wir die Nachricht vom Tode von Herrn Prof. Hock erhalten. Am 19.6.2014 ist er in Freiburg im Breisgau im Alter von 87 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Herr Prof. Hock studierte von 1947 bis 1954 Physik, Chemie und Mathematik an der Universität Marburg. Nachdem er bereits seine Diplomarbeit bei der Firma Ernst Leitz GmbH in Wetzlar angefertigt hatte, begann er dort 1954, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, sich herausfordernden Aufgabenstellungen zu widmen. 1960 wurde er Laborleiter und bereits 1966 Entwicklungsleiter zur Feinmesstechnik der Leitz GmbH. Seine in der Industrie gewonnenen Erkenntnisse zur optischen Messtechnik mit diffraktiven optischen Elementen (DOE) führten zu seiner Promotion durch die Universität Stuttgart. Im Jahre 1975 entschied sich Herr Prof. Hock für die Annahme des Rufes der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover. Bis zu seiner Emeritierung 1992 leitete er dort das Institut für Messtechnik im Maschinenbau. Eine Vielzahl von interdisziplinären Forschungsarbeiten von der formmessenden Holografie, laserbasierten Vibrationsmessung, Specklemesstechnik, ortsverteilten Temperaturmessung durch Brillouin-Streuung in Glasfasern,
Koaxialitätsmessungen an Schrauben, Keimzahlbestimmung mit elektrischer Impedanzmessung bis zur hochauflösenden Strömungsmesstechnik wird unvergessen bleiben. Grundsätzliche Erkenntnisse in der optischen Messtechnik und deren Umsetzung in die Praxis haben seine Arbeiten ausgezeichnet. Über 130 Patentschriften resultieren aus seiner Tätigkeit in der Industrie und an der Universität. Internationale Kontakte hielt Herr Prof. Hock insbesondere mit der Universidade Estadual de Campinas in Brasilien, dem Optical Center in Tucson, Arizona, USA und zahlreichen Universitäten in China, Polen und Russland. Prof. Hock engagierte sich im internationalen Wissenschaftsaustausch durch die DAAD-geförderte Betreuung von Gastwissenschaftlern, insbesondere aus China und der Sowjetunion bzw. Russland. Herr Prof. Hock war seit 1958 Mitglied der DGaO. Er hat die Jahrestagung 1998 in Bad Nenndorf initiiert und mitorganisiert. Er nahm regelmäßig an den Jahrestagungen der DGaO teil, zuletzt 2012 in Eindhoven. Wir werden seinen Scharfsinn, seine Diskussionsfreudigkeit und seine liebenswerte, herzliche Art sehr vermissen. Wir trauern um einen geradlinigen Forscher, der vielen seiner Schüler eine berufliche Basis gegeben hat.

Prof. Jürgen Czarske, Prof. em. Jörg Willhelm, Dr. Harald Müller