Historie

Aufruf von Dr. Hans Harting zur Gründung einer Deutschen Gesellschaft für angewandte Optik in der 'Central-Zeitung für Optik und Mechanik/Elektrotechnik und verwandte Berufszweige' vom 05. Juli 1923.

Die Deutsche Gesellschaft für angewandte Optik - kurz DGaO - wurde am 30. Oktober 1923 von einer Gruppe Fachkollegen aus Hochschulen und Optischer Industrie in Berlin gegründet. Ziel der Vereinigung war es, durch regelmäßig stattfindende Tagungen für einen intensiven Gedanken- und Ideenaustausch unter den Mitgliedern zu sorgen, wobei der engeren Verbindung zwischen Hochschulen und Industrie ein besonderer Stellenwert zukommen sollte. Diesem Anspruch wurde sichtbar dadurch Rechnung getragen, dass in der Vergangenheit der Vorstandsvorsitz stets in regelmäßigen Abständen zwischen Industrie- und Hochschulvertretern wechselte – eine Tradition, die auch in Zukunft beibehalten werden soll, um der wichtigen Funktion der „Brückenbildung“ zwischen Forschung und Anwendung gerecht zu werden.

Bei Ihrer Gründung zählte die DGaO unter ihrem 1. Vorsitzenden Dr. Harting 116 Mitglieder. Bis 1944 trafen sich die Mitglieder teilweise mehrfach jährlich, um in lebhaften Diskussionen die jüngsten Forschungsergebnisse zu präsentieren und gegenseitig Wissen auszutauschen. Die Vernichtung der Gesellschaftsakten und Mitgliederverzeichnisse bei einem Luftangriff auf Jena 1944 führten zwangsläufig zu einer kriegsbedingten Unterbrechung der Tagungstätigkeiten.

Mit der 50. Jahrestagung wurde am 26. November 1949 in der Technischen Hochschule Stuttgart die Gesellschaftsstruktur der DGaO wieder aufgebaut. Ab diesem Zeitpunkt fanden wieder regelmäßig Tagungen an verschiedenen Orten in Deutschland statt. Mit Datum vom 15. März 1950 wurde die DGaO in das Vereinsregister des Amtsgerichts Heidenheim, dem heutigen Sitz der DGaO, eingetragen.

Mit der Teilung Deutschlands 1961 verlor die DGaO die Verbindung zu ihren Mitgliedern in der DDR. Diese trafen sich ihrerseits ab 1969 in den Frühjahrsschulen Optik, die später zur Gründung des Fachverbandes Optik in der Physikalischen Gesellschaft der DDR führten. Seit 1971 wurden außerdem monatlich die JENAer Carl-Zeiss-Optikkolloquien veranstaltet, die bis heute weiter geführt werden. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden von Dr. Chr. Hofmann wieder offizielle Kontakte zur DGaO aufgenommen.

In der Bundesrepublik konnten sich die regelmäßigen Tagungen der DGaO als bedeutungsvolles Podium zur Präsentation und Diskussion neuer Forschungsergebnisse etablieren. Auch erhalten junge Wissenschaftler im Rahmen der Tagungen die Möglichkeit, ihre Arbeiten einem kompetenten Plenum darzustellen und ihre Ergebnisse zu diskutieren. Durch vielfältige Kontakte und Kooperationen mit Optik-Gesellschaften der angrenzenden europäischen Länder erlangte die DGaO auch zunehmend Gewicht im internationalen Rahmen.

DGaO Satzung vom 13.06.1957 zuletzt geändert am 17.06.2011 (PDF 43 kb)